mehrsichtMediation · Cornelia Neuhauser
Silbriger Strand unter aufreißender Wolkendecke

Was Mediation Ihnen bringt
— und was nicht

Sie stehen vor einem ungelösten Konflikt. Sie könnten zu einer Anwältin gehen. Sie könnten warten und hoffen, dass es sich von selbst klärt. Warum also Mediation?

Hier steht, was dieses Verfahren kann, was es kostet, und wo seine Grenzen liegen.

1

Sie entscheiden selbst.

Ein Gericht entscheidet nach dem Recht. Nicht danach, was zum Beispiel bei einer Trennung für Sie beide und für Ihre Kinder tatsächlich passt. In der Mediation gibt es kein Urteil. Es gibt nur die Lösung, der Sie beide zugestimmt haben. Sie bestimmen die Dauer der Mediation.

2

Sie können Dinge regeln, über die ein Gericht gar nicht entscheiden kann.

Ein Urteil regelt Unterhalt, Obsorge und Aufteilung. Es regelt nicht, wie Sie einander künftig etwas mitteilen. Wie Sie es den Kindern gemeinsam sagen. Was mit den Fotos passiert. Ob ein Satz ausgesprochen wird, auf den jemand seit Jahren wartet.

Genau diese Fragen entscheiden darüber, wie die nächsten Jahre werden — und für genau diese Fragen gibt es kein Gerichtsverfahren.

3

Was hier gesagt wird, kann später nicht gegen Sie verwendet werden.

Als eingetragene Mediatorin bin ich nach § 18 ZivMediatG zur Verschwiegenheit verpflichtet. § 320 Z 4 ZPO schließt aus, dass ich über Inhalte der Mediation als Zeugin vernommen werde. Sie können also aussprechen, was Sie denken, ohne vorher überlegen zu müssen, wie derselbe Satz in einem Gerichtsakt aussehen würde. Im streitigen Verfahren gilt das Gegenteil.

4

Die Uhr läuft nicht gegen Sie.

Nach § 22 ZivMediatG hemmen Beginn und gehörige Fortsetzung einer Mediation bei einer eingetragenen Mediatorin den Lauf von Verjährungs- und Geltendmachungsfristen. Bei familienrechtlichen Ansprüchen gilt das sogar ohne gesonderte schriftliche Vereinbarung. Sie dürfen sich die Zeit nehmen, die eine gute Lösung braucht, ohne Rechte zu verlieren.

Das gilt nicht pauschal für jede denkbare Frist. Konkrete Fristen gehören einzeln geprüft.

5

Die Beziehung überlebt das Verfahren.

Wenn Kinder da sind, endet Ihre Beziehung nicht. Sie ändert ihre Form. Sie werden auch in zehn Jahren noch miteinander reden müssen — bei Abschlussfeiern, Krankheiten, Hochzeiten. Ein gewonnener Prozess mit zerstörtem Verhältnis der Eltern ist kein Sieg. Mediation zielt auf eine Regelung, mit der Sie einander später noch begegnen können.

Cornelia Neuhauser bei der Arbeit
Mediation heißt zuhören, ordnen, und nicht den Beteiligten die Arbeit abnehmen.

Was es kostet

Mediationskosten hängen nicht vom Streitwert ab, sondern vom Zeitaufwand. Das ist der wesentliche strukturelle Unterschied zum gerichtlichen Weg.

Mediation ist nicht automatisch billiger. Sie ist billiger, wenn sie gelingt. Scheitert sie, sind die Kosten zusätzlich angefallen. Wer etwas anderes verspricht, verkauft.

Was Mediation nicht ersetzt: unabhängige rechtliche Beratung beider Seiten, gegebenenfalls Bewertungen, und die rechtliche Umsetzung — gerichtlicher Vergleich bei einvernehmlicher Scheidung, Notariat und Grundbuch bei Liegenschaften.

Den Stundensatz nenne ich Ihnen im Informationsgespräch.

Was Mediation nicht kann

Keine Therapie

Mediation klärt Regelungen, nicht die Beziehung.

Keine Rechtsberatung

Ich sage Ihnen nicht, was Ihnen zusteht. Dafür brauchen Sie beide eigene rechtliche Beratung — und ich empfehle sie ausdrücklich.

Kein Exekutionstitel

Die Mediationsvereinbarung ist eine Vereinbarung zwischen Ihnen. Für die verbindliche Umsetzung braucht es je nach Thema Gericht oder Notariat.

Nicht geeignet

Wenn Gewalt im Spiel ist, wenn eine Seite nicht freiwillig teilnimmt, wenn jemand in einer akuten psychischen Krise steckt oder wenn wesentliche Informationen bewusst zurückgehalten werden.

Sie nimmt Ihnen die Arbeit nicht ab

Es gibt keine Lösung auf dem Silbertablett. Was hält, ist das, was Sie gemeinsam in der Mediation erarbeitet haben.

Die Entlastung beginnt nicht mit der Lösung. Sie beginnt in dem Moment, in dem Sie etwas tun.

Erstgespräch